(NGZ) Vieles auf dem Allrather Friedhof ist renovierungs- oder gar restaurierungsbedürftig. Etwa die historische Friedhofsmauer, die an manchen Stellen beinahe schon einsturzgefährdet scheint. Die Grevenbroicher SPD hat dahingehend mehrere Anträge im Verwaltungsrat gestellt.
Der Allrather Friedhof ist sanierungsreif Jakub Drogowski Philipp Bolz (l.) und Rolf Esser sehen
Restaurierungspotenzial, aber auch Aufenthaltsqualität auf dem Allrather Friedhof. Im Hintergrund das Ehrendenkmal für die Gefallenen.Vieles auf dem Allrather Friedhof ist renovierungs- oder gar
restaurierungsbedürftig. Etwa die historische Friedhofsmauer, die an manchen Stellen beinahe schon einsturzgefährdet scheint. Die Grevenbroicher SPD hat dahingehend mehrere Anträge im
Verwaltungsrat gestellt.Von Jakub DrogowskiGREVENBROICH | Hier und da sieht man dem Allrather Friedhof sein Alter an. Manche Gräber sind verwittert, Bänke sind abgenutzt und aus der alten Friedhofsmauer bröckelt es stellenweise arg heraus. Laut Dorfhistoriker Rolf Esser bestehe der Friedhof am Ortseingang von Allrath bereits seit dem Jahr 1859. Das Ehrendenkmal für die Gefallenen der Weltkriege im Zentrum des Friedhofes ist auch dank der ehrenamtlichen Pflege durch die Allrather Zivilgesellschaft noch immer ein andächtiger und würdevoller Ort.Doch vieles andere ist restaurierungsbedürftig, manches – wie die Abfall- und Kompoststation am Haupteingang – müsste verbessert oder angemessener in das Friedhofsbild integriert werden. Der 84-jährige Esser erinnert sich noch gut daran, wie der Friedhof, für dessen Erscheinungsbild sich der Allrather in der Vergangenheit häufig eingesetzt hat, vor Jahrzehnten aussah – und sich im Laufe der Zeit veränderte. So habe die historische Friedhofsmauer einst an allen Stellen dieselbe Höhe von etwa zwei Metern gehabt. „Ich kenne ein Foto aus dem Jahr 1958, da ist die Mauer überall durchgängig gleich hoch. Im Hintergrund sieht man auf dem Bild die ersten Aufschüttungen der Vollrather Höhe“, sagt Esser. Ein Jahr nach Entstehung der Aufnahme sei ein Bus in eine der Mauerecken gefahren, was zum Anlass genommen worden sei, die Mauer an der gesamten Vorderseite zu verkleinern.Und während über die Jahre die Vollrather – beziehungsweise Allrather – Höhe immer weiter emporwuchs, verkümmerte und schrumpfte die Mauer des von ihr umrandeten Friedhofs am Fuße der Abraumhalde. „An der Mauer ist über die Jahre nichts passiert. Es muss dringend etwas getan werden“, sagt Esser.Die Grevenbroicher
SPD hat daher kürzlich eine Beschlussempfehlung in den Verwaltungsrat der Stadtbetriebe
eingebracht, wonach die Verwaltung mit der Restaurierung der Mauer beauftragt werden soll. „Die
Friedhofsmauer befindet sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Das Mauerwerk, das aus den regionaltypischen Backsteinen besteht, weist an mehreren Stellen erhebliche Schäden auf“, heißt es unter anderem in dem Dokument. Dabei befinde sich der Allrather Friedhof am Eingang des Dorfes und vermittle „somit einen wesentlichen ersten Eindruck des Ortes“. Die Mauer selbst stelle ein historisches Element dar, das „nicht nur die Geschichte des Dorfes widerspiegelt, sondern auch den regionalen Baustil aus vergangenen Jahrhunderten verkörpert“.Doch auch an anderen Stellen des Friedhofes ging die Zeit nicht spurlos vorbei – ebenso wie die Offensichtlichkeit des Wandels der Bestattungskultur. So seien laut dem Grevenbroicher SPD-Fraktionsgeschäftsführer und gebürtigen Allrather Philipp Bolz „viele Leerstände auf dem Friedhof“ zu verzeichnen. Dies gehe insbesondere auf die Inanspruchnahme alternativer Bestattungsformen wie etwa die Einäscherung zurück. Daher könne man laut Bolz durchaus in Erwägung ziehen, die Fläche des Friedhofes irgendwann zu verkleinern.
„Auf jeden Fall aber sollten die ungenutzten Flächen mehr im Hinblick auf eine höhere, parkähnliche Aufenthaltsqualität ausgestaltet werden.“Für den Bereich der Urnengräber soll nach Vorstellungen der SPD eine Gedenkstelle „in Form einer künstlerischen Stele oder eines ähnlichen Kunstobjekts“ errichtet werden, das sich harmonisch in die Friedhofslandschaft einfüge. Bislang ist es den Trauernden laut Friedhofsatzung nicht gestattet, auf den Urnenrasengrabstätten persönliche Gegenstände abzulegen. „Diese Regelung dient unter anderem dem Zweck, die Pflege und das Mähen des Rasens einfacher zu halten“, sagt Philipp Bolz. Allerdings hätten viele Angehörige den Wunsch geäußert, das ein Ort der Erinnerung geschaffen und eine individuelle Gedenkstelle für den Urnenbereich eingerichtet werde. Auch dahingehend hat die Grevenbroicher SPD einen separaten Antrag eingereicht.Ein drittes Anliegen im Bezug auf den Friedhof, dass die SPD bereits zumDiskussionsgegenstand des Verwaltungsrates gemacht hat, ist die Verbesserung der Abfall- und Kompoststation. „Im Zuge der Aufwertung muss hier etwas gemacht werden“, sagt Bolz. So könne der Bereich „durch bauliche Maßnahmen, wie eine Verkleidung oder Bepflanzung harmonischer in das Friedhofsbild integriert werden“.Wichtig sei laut Rolf Esser überdies, die zahlreichen historischen Gräber des Friedhofes zu pflegen. „Dadurch könnte gleichzeitig auch der Weg zum Ehrendenkmal verschönert werden.“